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Es ist Zeit für die Green Economy - Auch beim Brandschutz

Es war der Herbst 2021, als der Bundesverband Technischer Brandschutz in seinem Informationsbrief „BrandschutzKompakt“ (Nr. 63; 11/21)[1] ein Thema aufgriff, das bislang in der Branche eher ein Nischendasein fristete: Die Nachhaltigkeit oder Green Economy. Denn während in anderen Branchen nachhaltiges Wirtschaften quasi zum soziökonomischen Standard gehört und sich Unternehmen auch weit über die von der Politik vorgegebenen Klimaschutzziele zur Nachhaltigkeit selbst verpflichten, tauchen solche Erklärungen innerhalb der Brandschutzbranche – wenn überhaupt – nur am Rande auf und man muss auf den Internetseiten schon eine Weile suchen, bis man fündig wird.

„Ich will ehrlich sein“, sagt Stefan Schraner, der strategische Kopf der SCHRANER-Group, „für mich war das Thema zwar immer da und wir haben es mitgedacht. – Aber wir haben uns noch nie innerhalb der Branche darüber ausgetauscht, was Nachhaltigkeit beim technischen Brandschutz bedeutet und wie wir als Branche die Nachhaltigkeit zur Maxime unseres wirtschaftlichen Handelns machen können.“ Dabei gebe es dafür zahlreiche Ansätze.


„Auch die zentralen Herausforderungen, die uns als Branche seit vielen Jahren bewegen, können unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit betrachtet, besser gelöst werden.“ Ein Beispiel ist das Thema Fachkräftemangel: „Nachhaltig bedeutet eben auch, Verantwortung für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu übernehmen.


Daraus wird letztlich eine Win-Win-Situation: Denn im Gegenzug werde ich als Arbeitgeber attraktiver.“ Doch dies sei nur ein Aspekt, bei dem es sich lohnt, als Branche damit stärker nach außen zu gehen. Denn in vielen Fällen werde das bereits gelebt, aber nicht kommuniziert.


„Der technische Brandschutz leistet seit jeher einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, indem er Brände frühzeitig erkennt und damit die Freisetzung von Umweltgiften reduziert oder im Idealfall verhindert“, sagt Stefan Schraner. Schon ein Wohnhausbrand kann zahlreiche Umweltgifte freisetzen. Noch schwerwiegendere Folgen für die Umwelt können Brände von Industrieanlagen haben: „Besonders wenn Gifte in Folge eines Feuers Flüsse und Gewässer in der Umgebung vergiften, sind die Auswirkungen für die Umwelt oftmals verheerend.“ Unvergessen in diesem Zusammenhang ist sicherlich der Brand des Chemielagers der Firma Sandoz am Rhein im Jahr 1986. Alles Leben im Fluss war auf einer Länge von mehreren hundert Kilometern ausgelöscht.


Doch reicht dieser Aspekt der Nachhaltigkeit bereits aus oder muss der Gedanke nicht noch tiefer verankert werden, wie auch die stellvertretende Geschäftsführerin beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, GDV, Anja Käfer-Rohrbach, jüngst gefordert hat. „Um den Brandschutz im Sinne von Umwelt und Klima nachhaltiger zu gestalten, müssen Lösungen ganzheitlich gedacht, entwickelt und eingesetzt werden. Das Kriterium Nachhaltigkeit muss dafür bereits in die Konzepterstellung eingebracht werden“, schrieb sie in der Ausgabe 63 von BrandschutzKompakt.


Dies wünscht sich Stefan Schraner auch. Und mit diesem Beitrag will er den Anfang machen und in den Branchendialog eintreten. „Meiner Meinung nach, lässt sich Nachhaltigkeit beim technischen Brandschutz am besten durch Innovation(en) und durch Einsparung von Ressourcen erreichen“, sagt er. „Ich denke da an Punkte, wie zum Beispiel die Lebenszeit einer Brandmeldeanlage (BMA) zu verlängern, indem wir durchaus auch datenbasiert die Instandhaltungen regelmäßig und zielgerichtet durchführen. Ein weiterer Punkt, der mir spontan einfällt, ist das Thema Energieeffizienz der Anlagen.“ Darüber hinaus biete die Reduktion der Fehl- und Täuschungsalarme einen weiteren großen Hebel, um nachhaltiger zu werden. „Weniger Fehl- und Täuschungsalarme bedeuten weniger Einsätze und damit Fahrten der Feuerwehren. Damit wird nicht nur die Umwelt entlastet, sondern auch die Einsatzkräfte.“


Jede Brandmeldeanlage produziert laut der jüngsten Statistik des Feuerwehrverbandes Bayern 1,5 Fehl- und Täuschungsalarme pro Jahr. Diese Zahlen präsentierte Fachbereichsleiter Jürgen Weiß, vom Fachbereich 4, vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz, im Landesfeuerwehrverband Bayern, während der Tagung „James Bond meets Brandmeldebranche“ im September 2021. Auch in den übrigen Bundesländern dürfte die Quote vergleichbar sein, jedoch wird dies nur in Bayern so ausführlich statistisch erfasst und dokumentiert. Er sagte: „Jeder Falschalarm, der zu einem Einsatz führt, ist einer zu viel für die Feuerwehren.“


Dies empfindet auch Stefan Schraner so und arbeitet mit seiner Unternehmensgruppe im Rahmen der Mission Brandschutz daran, diese Fehl- und Täuschungsalarme auf ein Minimum zu reduzieren: „Als langjähriger Partner der Feuerwehr, wissen wir, was es bedeutet, wenn die Einsatzkräfte vergeblich anrücken müssen.“ Deshalb stellt die Schraner Group, dafür verschiedene technische Lösungen bereit, um dieses Ziel zu erreichen, wie zum Beispiel das SMARTRYX® System der Datolution GmbH. „Mit der BMA365 gehen wir sogar noch einen Schritt weiter: Im Rahmen eines Full-Service-Vertrages kann die BMA365 sogar die Kosten für die Einsätze der Feuerwehr aufgrund eines anlagenbedingten Falschalarms übernehmen. Getreu dem Firmenmotto: Wir stehen für das gerade, was wir tun.“

[1] Link zu den Ausgaben: www.bvfa.de/178/presse-medien/publikationen/brandschutzkompakt/

[2] https://bdi.eu/umwelt-und-nachhaltigkeit/nachhaltiges-wirtschaften/